Eye Camp

Eye Camp 2018

Bericht von

Andrea Och­abau­er
Pro­jekt­ko­or­di­na­to­rin Gesund­heit, Tan­sa­nia

Ich sehe was, was du nicht siehst…und es ist rot…

Ken­nen Sie die­ses berühm­te Kinder-Ratespiel????

Nicht jedes Kind hat das Glück in Öster­reich auf­zu­wach­sen, wo es eine flä­chen­de­cken­de augen­ärzt­li­che Ver­sor­gung gibt. Mari­el­le (7) und Jacob (6) hät­te die­ses Spiel sicher auch gro­ßen Spaß gemacht. Aber ein Pro­blem mit den Augen führt in ihrer Hei­mat zu schwe­ren Beein­träch­ti­gun­gen in der Lebens­qua­li­tät. Als die bei­den zum Eye­camp kamen, konn­ten sie nur mehr die Hand­be­we­gun­gen vor ihren Augen wahrnehmen.

Der ganz nor­ma­le Wahn­sinn in Afri­ka! Wenn ich ein sol­ches Erleb­nis habe, weiß ich wie­der ganz genau, war­um ich mich so für die Durch­füh­rung der Augen­camps ein­set­ze, war­um es sich lohnt ande­ren Men­schen Licht und Freu­de zu bringen.

 

Liebe Freunde und Unterstützer von
Life Earth!

Im Okto­ber die­ses Jah­res nahm ich nach eini­gen Jah­ren Beob­ach­tung von der Fer­ne wie­der aktiv an einem Augen­camp im Kwa­l­ukon­ge Health Cen­ter teil. Nach eini­gen arbeits­rei­chen Tagen war ich erfüllt mit tie­fer Dank­bar­keit und Freu­de. Der Ver­ein Life Earth und alle Unter­stüt­zer konn­ten hier so viel Gutes bewir­ken, so viel zur posi­ti­ven Ver­än­de­rung in die­sem Gebiet beitragen. 

Vie­les hat sich seit dem ers­ten Augen­camp hier ver­än­dert. Schon auf der Fahrt zum Health­cen­ter bemerk­te ich den Neu­bau von Brü­cken und auch Abschnit­te einer neu­en Stra­ße sind schon vor­han­den. Dadurch wird die Anrei­se zwar nicht mehr so aben­teu­er­lich wie bis­her, aber für Pati­en­ten ist die Stra­ße zum Health­cen­ter ein­fa­cher zu befah­ren und zu bege­hen. Auch hei­mi­sche Bus­se kön­nen dann pro­blem­los ins Busch­spi­tal kommen. 

Völ­lig über­rascht sah ich leuch­ten­de Glüh­bir­nen in den arm­se­li­gen Hüt­ten eines Dor­fes auf dem Weg zum Spi­tal, das öffent­li­che Strom­netz ist in Kwa­l­ukon­ge ange­kom­men. Aber nur lücken­haft, mein­te unser Elek­tro­tech­ni­ker Sam­son. Und eben die­se Lücken wer­den von der Foto­vol­ta­ik-Anla­ge, geplant und instal­liert vom Ver­ein Life Earth, überbrückt. 

Neue Gebäu­de zur post­ope­ra­ti­ven Pati­en­ten­ver­sor­gung, ein klei­ner Shop und ein Tee­haus sind vor­han­den. Die Men­schen wer­den aktiv in Kwalukonge. 

Das Augen­scree­ning und die Vor­un­ter­su­chun­gen, die Dr. Mlundwa, Geor­ge der Opti­ker und ich durch­führ­ten, dau­er­ten zwei Tage. Neben Kata­rakt Pati­en­ten kamen blin­de Pati­en­ten mit Glau­kom (grü­nem Star), alten Ver­let­zun­gen, Tumo­ren, Ent­zün­dun­gen und vie­len ande­re Augen­krank­hei­ten. Es waren auch vie­le Pati­en­ten mit Bril­len­wunsch, vor allem Lese­bril­len betref­fend, angereist.

Der neue „Com­pact Touch“, das Bio­me­trie-Gerät zur Aus­mes­sung der Intrao­ku­lar­lin­se, gespon­sert vom „Land Stei­er­mark“, erleich­ter­te uns die Arbeit unge­mein. Schnell und ein­fach in der Hand­ha­bung, hat­ten wir inner­halb kür­zes­ter Zeit die wich­ti­gen Daten zur Imple­men­tie­rung einer neu­en Lin­se zur Ver­fü­gung. Das Gerät wur­de vor der ers­ten Ver­wen­dung fei­er­lich von Father Ambro­se geseg­net, eben­so wie alle Per­so­nen, die mit die­sem Gerät arbei­ten. Es war ein sehr berüh­ren­der Moment. Bei uns zu Hau­se ist es oft so selbst­ver­ständ­lich, dass immer die bes­ten Gerä­te zur Ver­fü­gung stehen. 

Unse­re Tage waren aus­ge­füllt mit viel Arbeit aber auch mit Spaß und Freu­de. 281 Pati­en­ten konn­ten an die­sen Tagen unter­sucht und behan­delt werden.

Eyecamp Bericht von Father Ambrose:

Das Eye­camp wur­de von 28.10.2018 bis 04.11.2018 durch­ge­führt. Die Pati­en­ten kamen aus ver­schie­de­nen Regio­nen in Tan­ga, Korog­we, Lus­ho­to, Muhe­za, Han­de­ni, Kil­in­di und Tan­ga Stadt. Auch aus dem Kili­man­ja­ro Gebiet, Siman­ji­ro und Aru­sha wur­den Pati­en­ten ver­zeich­net. Das Eycamp wur­de von Dr. Chris­ti­an Mlundwa vom Kis­bo­ho Kran­ken­haus in Zusam­men­ar­beit mit dem Ros­mi­ni­an Health­cen­ter durchgeführt.

Die Kos­ten für die­ses Eye­camp betru­gen 4.200 Euro. 

Inklu­diert: Medi­ka­men­te, Intrao­ku­lar­lin­sen und ande­re medi­zi­ni­sche Gebrauchs­ar­ti­kel, Bril­len, Kos­ten für medi­zi­ni­sches Per­so­nal, Essen, Strom, Fahrt­kos­ten für Patienten. 

Das Follow up Programm:

Um die post­ope­ra­ti­ve Nach­sor­ge gewähr­leis­ten zu kön­nen, wird ein „Fol­low up“ Pro­gramm an zwei Wochen­en­den von Dr. Chris­ti­an Mlundwa durch­ge­führt. 

Am 17. und 18. Okto­ber, dem ers­ten Kon­troll-Ter­min, wur­den auch die bei­den Kin­der unter­sucht. Laut Dr. Mlwund­wa ver­lie­fen die Augen­ope­ra­tio­nen bei bei­den Kin­dern erfolg­reich. Ein rich­ti­ges Weih­nachts­ge­schenk, sowohl für die Kin­der als auch für die Eltern. 

Gesamtstatistik
Eye Camp 2018

  • 281 Unter­su­chun­gen
  • 66 Ope­ra­tio­nen

Fotogalerie

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